„Schön isch es gsi“

Waldgang mit der Dorfbevölkerung und 60-jähriges Jubiläum des Waldhauses Diessbach b. Büren
Am Sonntagmorgen, 4. September 2016, um 09.00 Uhr, folgten ca. 100 interessierte Personen der Einladung des Burgerrates zum Waldgang mit dem Thema „Einst und Heute“. Auf dem morgenfüllenden Rundgang durch den Diessbacher-Oberwald, unter der Leitung von Meinrad Lüthi, Leiter Forstbetrieb Büren, wurde über verschiedene Themen wie die Problematik mit den Neophyten, den Waldbestand, Naturverjüngung, etc. informiert. Nach einem leckeren Apéro in Mitten des Waldes, wurde vom Forstbetrieb Büren eine grosse Tanne gefällt. Das Knistern und Krachen und die Wucht, mit welcher dieser grosse Baum zu Boden fiel, so dass die Erde bebte, brachte Gross und Klein zum Staunen. Die Tanne wurde innert kürzester Zeit von zwei Forstbetriebsmitarbeitenden entastet und dann mit einer grossen Forstmaschine, welche „Welte“ heisst, abtransportiert. Am Ende des Rundgangs konnten Forstgeräte aus vergangenen Zeiten bestaunt werden. Meinrad Lüthi erklärte, wozu diese dienten. Und wer Lust hatte, konnte mit einer alten Waldsäge, ein „Rugeli“ Holz absägen.
Es gab auch noch etwas zu feiern…. Unser Diessbacher-Waldhaus, welches in einer wünderschönen Lichtung steht und viel Platz zum Festen, Verweilen, Bräteln und Spielen bietet, wird in diesem Jahr 60-jährig. Fritz Häni, Burgerpräsident, hat in alten Dokumenten noch Diverses zum Waldhausbau gefunden. Im Jahre 1956 beschloss die Burgergemeindeversammlung, an welcher 57 Burger (noch kein Frauenstimmrecht) anwesend waren, ein Waldhaus zu stellen. Wichtig war den Anwesenden, dass ein schöner Vorplatz gestaltet wird und ein Brunnen dürfe auch nicht fehlen. Für Total Fr. 33‘881.- wurde das Waldhaus vom Baumeister Ernst Moy gebaut. Er zog einen routinierten Blockhausbauer mit dem Namen Gottfried Winkler aus Blumenstein bei. Damit der Brunnen neben dem Waldhaus mit Wasser versorgt werden konnte, musste in der Nähe, bei einer Wasserfassung, ein Widder installiert werden. Mit diesem Widder wird das Wasser, ohne Strom, in den Waldhausbrunnen gepumpt. Der Originalwidder von 1956 ist noch heute in Betrieb und bringt den Brunnen immer noch zum Laufen. Peter Schneider, ehemaliger Burgerschreiber und Dorfchronist von Diessbach, weiss auch noch ein paar lustige Anekdoten zum Waldhausbau und zum Einweihungsfest. Das Loch für das Waldhaus und der Graben für die Leitungen wurden alle von Hand gegraben. Das kann man sich heutzutage gar nicht mehr vorstellen. An der Einweihungsfeier, durchgeführt von der Jägerschaft, wurde von der Schule Diessbach ein Freilichtspiel aufgeführt, welches vom Lehrer Hüser geschrieben wurde. Der heute Anwesende Franz Moser spielte zum Beispiel den Hasen und Walter Laubscher das Reh. Umrandet wurde dieser Anlass von musikalischen Einlagen von der Knabenmusik. Frieda Eberhard hat zur Eröffnung ein tolles Gedicht geschrieben, welches Peter Schneider verliest und auch auf der Einladung zur Jubiläumsfeier abgedruckt war.
Hmmm was duftet wohl so gut…. René, Patrick und Matthias Häni haben wohl schon den Grill mit Fleisch bestückt und die „Härdöpfeli“ sind wohl auch schon in der Fritteuse. Das Mittagessen kann gefasst werden… Alle Anwesenden wurden zu diesem festlichen Anlass zum Mittagessen und zum Dessert eingeladen. Mit einem Wettbewerb zum Rundgang konnte das feine Mittagessen verdaut werden. Die Schätzfrage war schwierig…. Eine Flasche voller, natürlich toter Borkenkäfer führte zu Kopfzerbrechen und diversen Strategien… Schlussendlich waren es etwas über 50‘000 Borkenkäfer, welche Miran Salzmann und Therese Iseli zum Sieg verhalfen. Sie durften aus tollen Preisen, wie z.B. einem Holzbrünnli, einer Sitzbank, einem Ster Holz, einem „Schittstock“, etc. auslesen. Bei angenehmen Temperaturen und bei einer schönen und geselligen Stimmung konnte dieser Anlass bis in den späten Nachmittag genossen werden.
Text: Nadja Bangerter, Burgerschreiberin   |   Bilder: Monika Bangerter